[Michaela-Didyk Newsletter] Cowboylyrik, Grasblätter und Stadtindianer
Michaela Didyk
info at michaela-didyk.de
Fr Nov 27 08:22:17 CET 2009
Liebe Leserinnen und Leser,
vielleicht ist es meine Liebe zu Western, die mich gleich auf das Thema
anspringen ließ, als ich in Urs Engelers Verlagsprogramm die
Ankündigung "Cowboylyrik" las. Zusammen mit Karl May und Herbert
Achternbusch geht es daher heute auf ungewöhnliche Dichterpfade. Ein
Blick auf die amerikanische Lyrik rundet das Bild.
Bis zum 6. Dezember läuft noch das Jahresrätsel von Unternehmen Lyrik.
Zwei Bücher warten auf zwei Gewinner. Die Kombination von Lyrik und
Kunst steht im Fokus. Die dazu passenden Rätselfragen finden Sie hier
auf der Mitte der Seite:
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrikthemen-online/>
In der vierten Runde der Monatsgedichte können Sie bis zum 15. Dezember
Wintergedichte posten. Für weitere Informationen klicken Sie auf diesen
Link: <http://www.unternehmen-lyrik.de/projekte/monatsgedichte/>
Viel Spaß bei der Lektüre!
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1. Cowboylyrik
2. Ein Indianerfreund in Radebeul
3. Herbert Achternbusch - ein Cowboy andrer Art
4. Lyrik aus Amerika: Walt Whitmans "Grasblätter"
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1. Cowboylyrik
Jedes Jahr findet in Elko/ Nevada das große Festival der Cowboylyrik
statt. Der Aufwand der Teilnahme stellt vor Probleme. Im
Literatur-Institut Leipzig setzte Ulf Stolterfoht daher auf
Eigeninitiative und hielt ein Seminar zum Thema ab. Das Ergebnis ist in
dem schmalen Band nachzulesen, der vor kurzem bei Urs Engeler Editor
erschienen ist.
Die Auseinandersetzung mit dem Klischee zeigt in den Rissen die
Kehrseite des "Lonesome Cowboy", der sich nach dem Viehtrieb in Saloons
vergnügt. "Weniger bekannt ist, dass/ Der Cowboy die Klauenpflege der
Tiere übernahm,/ Um Moderhinke vorzubeugen." (Gerald Ridder/ *1974) In
Eva Romans (*1980) "message an baron pierre louis le bris" schlägt das
Herz für Winnetou höher - im witzigen Wortspiel mit "üschi gas" oder
war es "glace üschi" kann auch ein "lieber pierre brice" nur gewinnen.
Mit gut 30 Texten ergibt sich ein poetisches Brainstorming rund um den
Cowboy, das auch dessen Widerpart nicht ausspart: "Sie reiten nicht.
Aber/ sie bewachen den Mond" (Mirko Wenig/ *1977). Die
"Kleinstadtindianer" sind auf anderen Pfaden unterwegs.
Cowboy Poetry Elko/ Nevada: <http://www.cowboypoetry.com/>
Ulf Stolterfoht und der Lyrikkurs des Literaturinstituts Leipzig
präsentieren Cowboylyrik: <http://bloat.me/9w0q>
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2. Ein Indianerfreund in Radebeul
Cowboy und Indianer gehören zusammen, so will es zumindest das
Klischee. Karl May (1842-1912) prägte für ganze Generationen in der
Figur von Winnetou das Bild des "edlen Wilden", der für Gerechtigkeit
kämpft. Doch seine Romane sind hier nicht gefragt.
Was in der Flut seiner Prosa untergeht, ist, dass der in über 33
Sprachen übersetzte Romanschriftsteller auch Lyrik schrieb - in der
Themenwahl herkömmlicher Sinnfragen zeitgebunden und im Stil
konservativ. Dennoch ist es ist eine ungewohnte Vorstellung, Karl May
als Dichter zu sehen. Seine Verse finden Sie online über den unten
angegebenen Link.
Das Karl-May-Museum in Radebeul legt den Schwerpunkt auf die
Vermittlung indianischer Welt.
Karl May und seine Werke online:
<http://www.zeno.org/Literatur/M/May,+Karl>
Karl-May-Museum: <http://www.karl-may-stiftung.de/museum/index.html>
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JANUAR & FEBRUAR IM ÜBERBLICK - UNTERNEHMEN LYRIK:
WERKSTÄTTEN UND ONLINE-KURSE
28. Januar: Schreibnacht online – Sprachspiele „feilchen vür efa“
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/schreibnaechte/>
30. bis 31. Januar: online Lektorat – Textauswahl und Vorbereitung für
Lesung oder Publikation
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lektoratskurse/>
11. bis 14. Februar: Lyrikthemen online – Im Transfer der Medien.
Gedichte als Antwort auf Bild und Skulptur
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrikthemen-online/>
25. Februar: Schreibnacht online – Landschaften „Hier werden
optimistische Hochhäuser gebaut“
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/schreibnaechte/>
27. Februar: Frischer Wind in Ihre Alltagstexte. Lyrische Feinheiten
für Emotion und Überzeugungskraft. Tageskurs in Salzburg
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3. Herbert Achternbusch
Als anarchischer Indianer-Cowboy mit hohem Freiheitsanspruch trat
Herbert Achternbusch (*1938) in seinen Filmen auf, liebend gern
unterwegs, Politik und Kirche - vor allem in Bayern - mit Tabubrüchen
zu provozieren. Als Achternbusch 1977 den von Verleger Herbert Burda
gestifteten Petrarca-Preis verliehen bekam, verbrannte er den Scheck
bei der Übergabe und verließ die Veranstaltung. Gut 30 Jahre später
wurde Achternbusch nun Ende Oktober mit dem "Kasseler Literaturpreis
für grotesken Humor 2010" ausgezeichnet. Die Feier findet im kommenden
Februar statt.
In der Begründung der Jury heißt es, Achternbusch - er hatte zunächst
als Maler und Lyriker begonnen - habe "ein einzigartiges
künstlerisches Werk geschaffen und dabei dem Komischen unverbrauchte
poetische Kräfte und Formen verliehen. Sein offener Lebensroman in
Texten, Filmen und Bildern unternimmt eine radikale und kompromisslose
Selbsterforschung."
Mitte der 1960er Jahre konzentrierte er sich auf Anraten von Kollegen
und Freunden wie Hans Erich Nossack, Günter Eich und Martin Walser auf
das Schreiben. Mehrere Bände mit Gedichten und Radierungen hatte
Achternbusch bereits veröffentlicht, als die ersten Erzählungen
folgten. Sein Debütroman „Die Alexanderschlacht“ (1971) brachte den
Durchbruch und galt als Wegweiser für die Avantgarde der jungen
deutschen Literatur in den 1970er- und 80er-Jahren.
Herbert Achternbusch und Jörg Drews: "Herbert Achternbusch"
<http://bloat.me/zdve>
"Die Alexanderschlacht": <http://bloat.me/YUXJ>
"Fünf Filme" (u.a. Das Gespenst) DVD: <http://bloat.me/Erk7>
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4. Walt Whitman: "Grasblätter"
1855 erschien die erste Ausgabe von "Leaves of Grass" des
amerikanischen Dichters Walt Whitman (1819-1892) als Privatdruck. Die
anfänglich zwölf Gedichte wuchsen durch die stete Überarbeitung zu
immer umfangreicheren Fassungen an, von denen die letzte etwa 400 Texte
enthielt. Whitman besingt die Aufbruchszeit nach dem amerikanischen
Bürgerkrieg. In seiner Vision entwirft er eine moderne Nation, die
Spaltungen überwindet und allen Menschen Freiheit und Gleichheit
bringt. In der jüngst erschienenen Übersetzung durch den Lyriker Jürgen
Brocan ist das Schlüsselwerk amerikanischer Dichtung zum ersten Mal
komplett ins Deutsche übertragen.
Einen Überblick über amerikanische Lyrikbände in deutscher Sprache
gewinnen Sie hier: >http://bloat.me/ohZ9>. Sie lohnen auf Ihrer
Weihnachtswunschliste.
Walt Whitman (Übersetzung Jürgen Brocan): "Grasblätter"
<http://bloat.me/PHOg>
im Original: "Leaves of Grass"<http://bloat.me/MvXB>
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Für die Adventszeit wünsche ich Ihnen Ruheoasen und Besinnlichkeit.
Ich grüße Sie herzlich
Ihre
Michaela Didyk
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können Sie die Informationen direkt auch unter
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