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[Michaela-Didyk Newsletter] "Wortspiele" und ein Lyrikkurs zum Frühlingsanfang

Michaela Didyk info at michaela-didyk.de
Di Mär 24 22:35:59 CET 2009


Liebe Leserinnen und Leser,

gibt es wirklich ein "Wissen, daß die Menschheit nie ohne Verse gelebt 
hat und ohne Verse nie leben wird"? Der Schweizer 
Literaturwissenschaftler Peter von Matt spricht es zumindest den 
Dichtern zu, die von der Dauerhaftigkeit ihrer Werke überzeugt sind. 
"Die Dichtung gehört zum Planeten wie Blitz und Donner." Mit diesem 
Satz endet von Matts Band "Wörterleuchten", zu dem Sie weiter unten 
mehr erfahren.
Die UNESCO hatte wohl mehr Bedenken um den lyrischen Bestand und 
richtete vor zehn Jahren den "Welttag der Poesie" ein, der stets am 21. 
März zeitgleich mit dem Frühlingsanfang stattfindet.
In Linz, Kulturhauptstadt Europas 2009, können Sie dagegen vom 15. bis 
18. April die "Tage der Poesie" mitfeiern. Das Festival unter dem Motto 
„Für die Beweglichkeit" verbindet Lesungen spartenübergreifend mit 
Vorträgen, Musik und Ausstellung und legt dabei die ursprüngliche 
Bedeutung von „Poiesis“ als sinnlich-schöpferischen Prozess des 
Herstellens, Verfertigens und Vermittelns zugrunde. In solchem 
Dreiergespann lassen sich auch die heutigen Newsletter-Punkte 
zusammenfassen.

Tage der Poesie - Linz 2009: <http://bloat.me/aKI8>

Viel Spaß bei der Lektüre!
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1. Die Natur ergründen und Klischees vermeiden. Ein Lyrikkurs wider die 
Idylle
2. "Wortspiele" mit jungen Autorinnen und Autoren
3. "Wörterleuchten - Kleine Deutungen deutscher Gedichte"
4. Einsatz für den Blockade-Notfall: Zwei Sondermagazine bei TextArt
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1. Die Natur ergründen und Klischees vermeiden. Ein Lyrikkurs wider die 
Idylle

Johannes Bobrowski wollte seine Gedichte nicht als Naturlyrik 
eingestuft sehen. Ambivalent war und ist vielen zeitgenössischen 
LyrikerInnen die Bezeichnung Naturgedicht. Zu schnell verenge es sich 
auf Idylle, heile Welt und Abgehobenheit.
"Von überallher duftete es auf einen zu; kein deutscher Verseflechter, 
der nicht durch die Blume sprach", so nahm Peter Rühmkorf die Dichter 
der Nachkriegsgeneration aufs Korn. "Kalmusduft kommt wild und würzig/ 
Kraut und Rüben gleich Gedicht". Dass er dabei u. a. Wolfgang Weyrauch 
oder Günter Eich - zu Recht oder Unrecht - im Visier hatte, machen die 
Schlussverse seiner "Naturlyrik" (1959) deutlich, lassen sich mit den 
Nachnamen doch vortrefflich Pflanzen benennen.
Im viertägigen Lyrikkurs online vom 23. bis 26. April stehen Gedichte 
mit Bezug auf die Natur im Mittelpunkt. Ausgangsbasis sind Texte von 
Marie Luise Kaschnitz, Sarah Kirsch, Thomas Kling, Friederike 
Mayröcker, Reiner Kunze, Galsan Tschinag oder eben auch Bobrowski.
Wie verwenden diese DichterInnen Naturmotive, wie ändern sie den 
Kontext, damit die poetische Sprache unverbraucht neue Blickwinkel 
öffnet? Wie sind Jahreszeiten, Monate oder Naturraum übergreifend mit 
gesellschaftspolitischen Themen, mit der Liebe und schließlich mit der 
Reflexion auf die Dichtung selbst verknüpft. Die Natur war traditionell 
die Quelle der Inspiration. Ausgedient hat sie in dieser Rolle auch bei 
Sprachspiel und Versexperiment noch nicht.
Detaillierte Informationen zum Lyrik-Intensivkurs finden Sie unter 
http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrikthemen-online/
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2. "Wortspiele" mit jungen Autorinnen und Autoren

"Drei Nächte Kontakte, Austausch und Spaß für junge europäische Autoren 
und ihre Leser" heißt es im Konzept des Internationalen Festivals für 
junge Literatur "Wortspiele". In München 2001 gestartet, ab 2004 auch 
jährlich in Wien veranstaltet, bietet "Wortspiele" Autorinnen und 
Autoren eine Plattform, um sich mit eigenen Texten zu repräsentieren. 
Initiator Johan de Blank versteht das Festival als "ein Treffen für 
junge Autoren verschiedener Couleur" und zielt dabei auf "ein junges, 
urbanes Publikum mit eigenen Bedürfnissen und neuem Selbstverständnis".
Wollen Sie also in der Literaturszene auf dem Laufenden bleiben, lohnt 
sich ein Besuch des Festivals oder zumindest - online - ein Blick auf 
die Namen der Nachwuchsgeneration. Auf <http://www.zehnseiten.de/> 
können Sie auch aus der Ferne der Lesung des einen oder der anderen 
AutorIn beiwohnen.
Zum Programm der "Wortspiele", die in München vom 26. bis 28. März und 
in Wien vom 3. bis 4. April stattfinden, führt Sie dieser 
Link:<http://www.festival-wortspiele.eu/index-festival.html>
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3. "Wörterleuchten - Kleine Deutungen deutscher Gedichte"

Ein kurzer Text folgt dem Gedichtabdruck: Wer die FAZ am Samstag liest, 
kennt die von Marcel Reich-Ranicki begründete "Frankfurter Anthologie", 
in denen lyrische Texte quer durch die Jahrhunderte vorgestellt werden.
Peter von Matt, emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur an 
der Universität Zürich und beredter wie belesener Gast in 
Literaturrunden, ist auch als Autor bei der FAZ-Reihe aktiv. 60 seiner 
Gedicht-Artikel sind nun in einem Band versammelt.
Von Friedrich Schiller bis Michael Krüger oder Monika Rinck, von 
Hermann Hesse bis Stefan George oder Else Lasker-Schüler - zu jedem 
Gedicht und seinen VerfasserInnen steuert von Matt Tiefsinniges, 
Humorvolles, in jedem Fall den Horizont Erweiterndes bei.
"Die pointierten, erhellenden, in einem vorbildlichen Deutsch 
vorgetragenen Ausführungen Peter von Matts", schreibt Günter Ott,  
"kommen auf eineinhalb bis zwei Seiten unter. Das Gedicht findet wie 
selbstverständlich zu seiner Deutung, und beides wird als Lesevergnügen 
und Denkstück an den Leser weitergereicht." Der Titel "Wörterleuchten" 
könnte nicht besser passen.
Die gesamte Rezension zu Peter von Matts Buch finden Sie hier: 
<http://www.unternehmen-lyrik.de/newsletter/rezensionen/>

bei amazon:
Peter von Matt: Wörterleuchten. Kleine Deutungen deutscher Gedichte
<http://bloat.me/yKry>
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4.  Einsatz für den Blockade-Notfall: Zwei Sondermagazine bei TextArt

Das Magazin TextArt rangiert in der kreativen Schreibszene in der 
Spitzenposition. Die Hefte mit Tipps, Interviews, Hintergrundberichten, 
Buchbesprechungen und Informationen, die exakt auf die Bedürfnisse der 
AutorInnen zugeschnitten sind, kommen viermal pro Jahr heraus. Zwei 
zusätzliche Magazine sind nun erschienen, die teils auch inzwischen 
vergriffene Artikel aus den vergangenen Jahren zusammenfassen und die 
Kreativität anregen.
Themenheft 1 befasst sich mit der "Schreib-Inspiration": Ob Ihre "Ideen 
sprudeln wie ein Bach im Frühling" oder Ihnen die "Illumination auf dem 
Sofa" lieber ist, liegt ganz in Ihrem Ermessen.
Das Textart-Sonderheft enthält dagegen aus den ersten vier Jahren des 
Magazins (2000-2004) die besten Praxisartikel. Hier finden Sie 
Anregung, wie Sie den Alltag ausklammern, um endlich Ruhe zum Schreiben 
zu finden. Oder Sie bannen das anfängliche Schreckgespenst eines leeren 
Blattes, das Sie lähmt. DichterInnen, die neben der Lyrik auch an Roman 
und Erzählung arbeiten, haben hier vor allem Gewinn.
Wer also in "Notfällen" solche "Gebrauchsanweisungen" gebündelt zur 
Hand hat, bringt Pegasus schnell wieder auf Trab.

Zu beiden Heften mit einer Übersicht des gesamten Inhalts gelangen Sie 
hier: <http://textartmagazin.eomis.de/>
Im Archiv finden Sie alle bisher erschienenen Magazine. Sie können 
neben einem Großteil der Ausgaben - nun neu - auch einzelne Artikel als 
pdf bestellen <http://textartmagazin.eomis.de/?Archiv> und 
<http://textartmagazin.eomis.de/?PDF-Bestellung>

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Ich wünsche Ihnen bis zum nächsten Newsletter eine schaffensfrohe 
Phase. Wenn hier - mit derzeit dicken Schneeflocken vor dem Fenster - 
"grüne Ostern" dazukommen, um so besser!
Herzliche Grüße
Ihre
Michaela Didyk


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können Sie die Informationen direkt auch unter
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