[Michaela-Didyk Newsletter] Echsenfrauen, Stechäpfel, Vorbilder: Wie & was Autorinnen schreiben
Michaela Didyk
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So Mär 6 00:26:42 CET 2011
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Liebe Leserinnen und Leser,
welche Vorbilder haben Sie? Wird mir diese Frage gestellt, nenne ich
Germaine de Staël und Lou Andreas-Salomé. Beide Frauen haben in ihrer
Zeit mutig Wege gefunden, sich zu verwirklichen, und haben sich dabei
nicht gescheut, aus den von der Gesellschaft vorgeschriebenen Rollen in
ein eigenwillig öffentliches Leben auszubrechen. Exzellente
Denkerinnen, versammelten sie Dichter und Philosophen um sich, ohne
sich als gefühlvolle Frau zu verleugnen. Lou Andreas-Salomé, mit deren
Namen sich sofort auch die von Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke
und Sigmund Freud verbinden, wurde vor 150 Jahren geboren. Ihr
Jahrestag ist - passend auch zum 100. Frauentag am 8. März - Anlass,
den heutigen Newsletter insgesamt Autorinnen zu widmen.
Echsenfrauen machen dabei den Anfang. Sie tauchen stolz, in
archetypischer Kraft gegen jede Anpassung gefeit und mit
unbestechlichem Blick in Ingritt Sachses Gedichten auf, deren
Erstlingswerk "in schattengängen streut licht" jüngst erschienen ist.
<http://amzn.to/dYXBab> Die Rezension von Eva Sewing zum Buch der
mehrfachen Gewinnerin im Projekt "Monatsgedichte" finden Sie hier
<http://www.unternehmen-lyrik.de/archiv-links/rezensionen/>. Wenn Sie
Ingritt Sachse auf ihrer Buchtour live hören möchten: Im Frühjahr
stehen ihre Lesungen in Köln (27. März), Bad Godesberg (8. April) und
in Berlin (13. Mai) auf dem Programm. Die Details erfahren Sie auf der
Website der Autorin <http://www.ingrittsachse.de/lesungen.php>
Viel Vergnügen beim heutigen Newsletter!
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1. Christine de Pizan: Hofdichterin und Begründerin weiblicher Utopie
2. Lou Andreas-Salomé: Ein Leben frei in vielen Rollen
3. "Was Frauen schreiben" von Ruth Klüger & Ulla Hahns Anthologie
"Stechäpfel"
4. "Frauen, die schreiben, leben gefährlich" - Porträts in Buch und Web
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1. Christine de Pizan: Hofdichterin und Begründerin weiblicher Utopie
Christine de Pizan (1364 bis etwa 1430) gilt als erste französische
Autorin, die von ihrem Schreiben leben konnte. In Venedig geboren, kam
Christine vierjährig nach Paris, wohin ihr Vater als Hofastrologe und
Leibarzt des französischen Königs Karl V. berufen war. Hochgebildet, im
Alter von 16 Jahren verheiratet, begann Christine de Pizan nach dem
frühen Tod ihres Mannes 1389 als Autodidaktin zu schreiben.
Zehn Jahre später übergab sie - in der Hoffnung, so eine Gönnerin zu
finden - der Gemahlin des Nachfolgekönigs Karl VI., Isabeau von Bayern,
ihren ersten Gedichtzyklus "Hundert Balladen". In der zur damaligen
Zeit noch ungewohnten Textform hatte sie poetisch ihre Trauer
verarbeitet. Zahlreiche Prosaschriften folgten, in denen sie zu
Erziehung, zu lehrhaften Themen schrieb, zudem Fürstenspiegel und die
Biographie des von ihr hoch geschätzten Königs Karl V. verfasste. Damit
gewann Christine de Pizan weitere Mäzene und baute ihre Stellung als
professionelle Hofdichterin aus.
Ab etwa 1399 löste sie einen Streit um den damals sehr beliebten, aber
stark frauenfeindlichen "Rosenroman" aus. Sie verstand es, die Debatte
nicht nur über die Literatenkreise hinaus öffentlich zu machen, sondern
auch erfolgreich in die bis dato unkritische Rezeption einzugreifen. In
ihrem heute bekanntesten Werk "Buch von der Stadt der Frauen"
(1404/05), nahm sie die Verteidigung weiblichen Geschlechts und die
Kritik an der misogynen Tradition nochmals auf. Mit Geschichten und
Porträts außergewöhnlicher Frauen aller Epochen schuf sie im Bild einer
idealen Stadt einen neuen Vorstellungsraum für Weiblichkeit. Sie
befreite Frauenfiguren wie Xanthippe oder Medusa von ihrer negativen
Bewertung und begründete im "Entwurf einer frühen Form von
Frauengeschichte" den Wandel weiblichen Selbstbewusstseins (Margarete
Zimmermann). Mit der Zusammenstellung der Frauenporträts - Christines
Werk befand sich in zahlreichen Bibliotheken adliger Frauen und wurde
an deren Töchter vererbt - bewahrte sich das Wissen und die Erinnerung
an die früheren Frauengenerationen und reicherte sich für die Zukunft
an.
Christine de Pizan ist auch in unserer Zeit noch präsent. Simone de
Beauvoir hob die mittelalterliche Autorin und Verlegerin in ihrem
Klassiker "Das andere Geschlecht" (1949) als Autorität hervor. Barbara
Tuchmann ließ in ihrer Geschichte des 14. Jahrhunderts "Der ferne
Spiegel" (1978) Christine als versierte Kommentatorin auftreten, um die
historischen Verhältnisse aus weiblicher Perspektive zu reflektieren.
bei amazon:
Christine de Pizan: Das Buch von der Stadt der Frauen
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Margarete Zimmermann: Christine de Pizan <http://amzn.to/h1ArBY>
Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht <http://amzn.to/guYpBE>
Barbara Tuchmann: Der ferne Spiegel <http://amzn.to/gjdqr5>
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2. Lou Andreas-Salomé: Ein Leben frei in vielen Rollen
"Endlich nach einer langen, arbeitsreichen Zeit durfte ich mir etwas
Erholung gönnen. Da habe ich denn eine der schönsten Geschichten
gelesen, die es gibt: 'Ma' von Lou Andreas-Salomé. Wenn es ein Porträt
ist, dann ist es ein Velasquez." [1] Marie von Ebner-Eschenbach, mit
der Lou seit 1895 Briefe wechselte, bedankte sich so 1901 für das
gerade erschienene Werk ihrer jüngeren Kollegin. Diese gehörte um die
Jahrhundertwende zu den bekanntesten Frauen des deutschen Geistesleben.
1895 hatte sie mit ihrer Erzählung "Ruth" ihren literarischen Erfolg
begründet. "Ródinka", 1923 erschienen, mit den Erinnerungen an ihre
Heimat - sie stammte aus Sankt Petersburg - vermutlich aber bereits
1900 nach ihrer Russland-Reise mit Rainer Maria Rilke entstanden, ist
wie das erzählerische Werk insgesamt autobiografisch geprägt. Lou
Andreas-Salomé wollte nach eigener Aussage "dicht am Leben bleiben".
Ihre Erzählungen waren nicht unbedingt zur Veröffentlichung bestimmt
und daher im Banksafe verwahrt, bis finanzielle Gründe die Publikation
nötig machten.
Frieda von Bülow, Lous langjährige Vertraute, sah deren Stärken jedoch
auf anderer Ebene und schrieb an Ricarda Huch, deren Roman
Andreas-Salomé besprochen hatte: "Was meine geistvolle Freundin Lou
Andreas besticht (am genannten Roman [d.i. 'Erinnerungen an Ludolf
Ursleu den Jüngeren']), ist gerade der Gang, der Inhalt, die
Entwicklung des Romans, - das Innerste desselben und ich finde ihre
Auffassung wunderschön. [Aber …] Lou hat manchmal die Eigenschaft,
Dichtungen nach ihrem eigenen inneren Bedürfnis umzudichten und sieht
dann Dinge darin, an die der Autor gar nicht dachte [...] Sie glaubt
von Naturanlage Dichter zu sein; aber ich glaube das nicht. Sie
zergliedert und reflektirt [!] viel zu stark." [2]
Lou Andreas-Salomé blieb mehr als Essayistin in Erinnerung. Bereits
1894 erschien ihre Darstellung "Friedrich Nietzsche in seinen Werken",
die als Gesamtinterpretation noch immer Gültigkeit hat. Nach dem Tod
Rilkes verfasste sie 1928 eine Würdigung, in der nicht wie im
"Lebensrückblick" die persönliche Beziehung, sondern das Ausloten von
Rilkes sensibler Künstlernatur Raum gewann. Sie hatte den um zwölf
Jahre jüngeren Rilke 1897 in München kennengelernt und erfasste bereits
früh seine sich anbahnenden Schaffenskrisen. Als sich Lou und Rainer -
gegen diesen Namen hatte sie die alte Form "René" ausgetauscht - 1900
nach der zweiten Russlandreise trennten, begleitete sie ihn mit Briefen
in seiner späteren Krankheit und Seelennot. Inzwischen bei Sigmund
Freud ausgebildet, riet sie ihm jedoch von einer Psychoanalyse ab. Zu
gefährlich schien es ihr (auch wenn sie ihre Einschätzung später in
Frage stellte), dass dadurch die dichterische Kraft geblockt würde.
Ob über Erotik, wie durch Martin Buber angeregt, oder über Narzißmus,
ob über Gott oder über die Freiheit, die schon früh auf Henrik Ibsens
Frauengestalten bezogen zur Sprache kam (wie folgt) - in ihrem
Schreiben griff Lou Andreas-Salomé (Lebens-)Themen auf, die der
Konvention ihrer Zeit widersprachen, sich jedoch als Veränderungen
ankündigten: "Ihre Fluchtgedanken waren nichts anderes, als die dunkle
Angst vor der Fessel, die Angst des freigeborenen Geschöpfes, das
niemals heimisch werden kann in Zwang und Knechtschaft. [...] Nicht
mehr fort in das Grenzenlose will [der wilde Vogel] nun, sondern nur,
daß die freiwillig anerkannten Grenzen keine zwingenden Grenzen seien:
nicht mißbrauchen seine Schwingen will er, nur sie frei entfalten und
regen dürfen; nicht fort von den Genossen, nur frei in Liebe unter
ihnen weilen." [3]
bei amazon:
Auswahl aus dem umfangreichen Werk:
Lou Andreas-Salomé: Lebensrückblick <http://amzn.to/gUkrm2> Ma
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Nietzsche in seinen Werken <http://amzn.to/gn4XbW> Rainer Maria Rilke
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Bücher über Lou Andreas-Salomé - Auswahl:
Cordula Koepcke: Lou Andreas-Salomé <http://amzn.to/erlLLz> und Lou
Andreas-Salomé - Ein eigenwilliger Lebensweg. Ihre Begegnung mit Rilke,
Nietzsche und Freud [Zitat 3]<http://amzn.to/hZZK0A>
Ursula Welsch und Dorothee Pfeiffer: Lou Andreas-Salomé. Eine
Bildbiographie [Zitate 1 und 2] <http://amzn.to/dVTaQW>
erscheint im März 2011: Ludger Lütkehaus: Entriegelter Freiheitsdrang.
Lou Andreas-Salomé <http://amzn.to/edP4B1>
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MÄRZ & APRIL 2011 IM ÜBERBLICK - UNTERNEHMEN LYRIK:
WERKSTÄTTEN UND ONLINE-KURSE
21. März: BeGEISTert dichten: Frühlingsgedichte - Aufbruch ins Neuland
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrikkurse-online/begeistert-
dichten/>
31. März: Schreibnacht online: Sprachspiele - "feilchen vür efa" (Ernst
Jandl)
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrikkurse-online/schreibnacht/>
28. April: Schreibnacht online: Vogelgedichte - "Weisse schwalben sah
ich fliegen" (Stefan George)
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrikkurse-online/schreibnacht/>
Ankündigung für Mai: Lyrik trifft Kunst II hat den "Skulpturenweg" in
Salzburg zum Thema und findet am 25. Mai statt. Sie können so den
Lyriktag in der Mozartstadt unmittelbar mit dem "Salzburger
Literaturfest" verbinden, das vom 25. bis 29. Mai mit zahlreichen
Veranstaltungen aufwartet.
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/lyrik-werkstatt/lyrik-trifft-
kunst/>
Jederzeit möglich ist der Einstieg in das halbjährige Lyrik-Training
Abonnement
<http://www.unternehmen-lyrik.de/autorinnen-coaching/lyrik-training-
abo/>, jeweils zu Monatsbeginn können Sie die E-Mail-Impulse "Pro Woche
ein Gedicht" starten oder beim "Sonettenkranz" mitflechten
<http://www.unternehmen-lyrik.de/kurse/e-mail-impulse/> Erstes Feedback
zu den E-Mail-Kursen lesen Sie unter
<http://www.unternehmen-lyrik.de/ueber-mich/referenzen/>
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3. "Was Frauen schreiben" von Ruth Klüger & Ulla Hahns Anthologie
"Stechäpfel"
Ruth Klüger und Ulla Hahn sind sich darin einig: Weder Sprachstil noch
Form eines Romans oder Gedichtes lassen sich spezifisch weiblich
bestimmen. Vielmehr prägen die im Stoff eingeflossenen
geschlechtsspezifischen Erfahrungen die weibliche Perspektive.
"Was Frauen schreiben", der jüngste Band Ruth Klügers fasst
einundsechzig Rezensionen zusammen, die die in Kalifornien lebende
Germanistin zwischen 1994 und 2010 für deutsche Zeitungen schrieb. Es
sind Einzeldarstellungen zu Werken von Autorinnen, die von Herta
Müller, Doris Lessing über Margaret Atwood, Erika Mann bis Bettina von
Armin, schließlich J. K. Rowling einen weiten Bogen spannen -
international und quer durch die Jahrhunderte. In den Romanen oder
Erzählungen der vorgestellten Schriftstellerinnen werden realistische
Stoffe ausgebreitet. Randgruppen der Gesellschaft rücken in den
Brennpunkt, Emigrantenschicksale, Unterdrückung in Diktaturen und
sexistischen Kulturen, Ehedramen, das Leben von Künstlerinnen wie Frida
Kahlo, Paula Modersohn-Becker oder Angelica Kauffmann. In ihrer
pluralistischen Sammlung macht Ruth Klügers Band neugierig auf Bücher
von Frauen oder wie sie selbst im Vorwort schreibt: "Im Aggregat
bewirken sie eben doch einen Blick aufs Leben durch anders geschliffene
Gläser."
"Gedichte von Frauen aus drei Jahrtausenden" versammelt Ulla Hahn in
ihrer Anthologie "Stechäpfel". Liebe und Tod, Ich- und Welterfahrung,
die Auseinandersetzung mit Sprache und der eigenen Dichtung erweisen
sich auch bei den Dichterinnen als die bewährten Lyrikthemen. Dass
Autorinnen jedoch mehr in den Anthologien erscheinen als bisher, sieht
Ulla Hahn, selbst erfolgreiche Lyrikerin, auch abhängig vom eigenen
Handeln: "Nicht wenige erinnern mitunter an den Mann aus dem Gleichnis
Jesu, der sein Talent, das der Herr ihm anvertraut hat, vergrub, um es
unversehrt zu halten, anstatt mit seinem Pfunde zu wuchern. Genau das
aber müssen Frauen tun." Die 1965 in Siebenbürgen geborene Lyrikerin
Simona Popescu drückt in ihrem Gedicht aus, was Autorinnen oft immer
noch fehlt: "ich brauche Zuspruch,/ damit ich anfang' zu sprechen/ von
mir." Sich und das Talent, das Werk sichtbar zu machen, um auch für
andere sichtbar zu werden, dafür ist Ulla Hahns Sammlung "Stechäpfel"
bestes Beispiel.
bei amazon:
Ruth Klüger: Was Frauen schreiben <http://amzn.to/erpoBl>
Ulla Hahn: Stechäpfel. Gedichte von Frauen aus drei Jahrtausenden
<http://amzn.to/eVXZS8>
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4. "Frauen, die schreiben, leben gefährlich" - Porträts in Buch und Web
"Ich werde offen sein, eine Frau soll nicht schreiben ... Nehmen Sie
meinen Rat an: Machen Sie keine Bücher, setzen Sie Kinder in die Welt!"
Verständlich, dass Aurore Dudevant, geborene Dupin, auf solchen Rat
eines Schriftstellerkollegen lieber die Kleider wechselte und als
George Sand (1804-1876) Karriere machte. In seinem Bildband "Frauen,
die schreiben, leben gefährlich" (2006) stellt Stefan Bollmann Porträts
von Schriftstellerinnen aus dem europäischen und nordamerikanischen
Raum der letzten 250 Jahre vor. Hildegard von Bingen, die mit 42 Jahren
erst zu schreiben begann, und Christine de Pizan übernehmen in der
illustren Gruppe von Virginia Woolf, Anna Achmatowa, Toni Morrison,
Assia Djebar, Else Lasker Schüler, Anais Nin, Tania Blixen oder
Ingeborg Bachmann u.a. die Rolle der mittelalterlichen "Ahnherrinnen".
In seinem einleitenden Essay benennt Bollmann die Bedingungen, unter
denen Frauen je nach Kultur und Epoche schreiben. Elke Heidenreich
verweist im Vorwort bereits darauf, dass viele bedeutsame
Schriftstellerinnen Selbstmord begingen, krank wurden oder in
Depression verfielen. Ihrer Ansicht liegt die Herausforderung in der
Doppelrolle: "Das, was Männer beflügelt, zerstört offenbar Frauen: die
Gleichzeitigkeit, eine Liebe zu leben und sich künstlerisch zu
etablieren. " Während Frauen den Alltag von Autoren entlasteten und
auch zur Muse würden, blieben Frauen in ihrem künstlerischen Schaffen
auf sich gestellt. "Die Frau muss sich selbst Muse sein." Beziehung und
Ehe bedeuteten häufig den Verzicht auf das eigene Werk, während -
existentiell und Authentizität fordernd - Schreiben das "Grauen der
Einsamkeit" mit sich bringe, an dem viele Autorinnen scheiterten.
Stefan Bollmanns Porträtband bekannter Autorinnen fügt Christine de
Pizans "Buch von der Stadt der Frauen" gleichsam ein neues Kapitel
hinzu: Auch seine Geschichte der schreibenden Frauen vermag den
Nachfolgerinnen Mut auf ihrem Weg mitzugeben.
bei amazon:
Stefan Bollmann: Frauen, die schreiben, leben gefährlich
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Auch das Internet stellt Porträts von Schriftstellerinnen bereit. Die
beiden folgenden Datenbanken bieten sich jedoch nicht zur Recherche von
Autorinnen und deren Werk an. Hier können Sie umfassend mehr oder
weniger berühmte Frauen aufspüren und ins verdiente Rampenlicht
stellen:
FemBio - Frauen. Biographieforschung
<http://www.fembio.org/biographie.php>
FrauenMediaTurm - Das Archiv und Dokumentationszentrum
<http://www.frauenmediaturm.de>
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Bei so viel Literatur kann zum Schluss ein Ausflug in die Kunst nicht
schaden. "Wege" heißt die Ausstellung in der Galerie TUTTIARTluzern
<http://www.tuttiart.ch/>, in der die Künstlerin und Lyrikerin Erika
Wagner - einigen unter Ihnen durch die Jahreskartenedition mit
"palimpsest" bekannt - vom 13. März bis 16. April Stadtzeichnungen,
Schaufensterperformance, Fotoedition und Video präsentiert.
<http://www.erikawagner.ch>
Ich wünsche Ihnen sonnige Frühlingstage und grüße Sie herzlich
Ihre
Michaela Didyk
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